Zeig Gesicht – Im Moment sein: Small-Talk oder Relevanz?

In Video Call: Mann mit Headset

Ach, es ist gar nicht so einfach. Gerade erzähle ich, wie man auf einem Blog über sich als Person schreibt. „Wie persönlich soll ich sein?“ Wie viel preisgeben, bedeutet das natürlich. Schon etwas, finde ich. Aber auch nichts, was zu privat wäre. Dennoch so viel, wie die Leser*innen nicht unbedingt erwarten, was aber in beruflichem Kontext steht. Da ich das Webinar leite, möchte ich die Ratschläge gleich für mich und das Blogwerk anwenden. Also: Ich zeige Gesicht.

Eigentlich bin ich als Person eher stiller, in vielen Situationen fast schon introvertiert. Reden, das machen oft die anderen. Ich höre zu, warte ab, und erst wenn ich wirklich etwas zu sagen habe, dann sage ich etwas. Das gelingt nicht immer, denn manchmal ist die Chance, das Wort zu erheben, bereits verstrichen, wenn ich ansetze. Nicht tragisch in den meisten Fällen. Es wird eh meist zu viel geredet. Wenn mir mein Punkt wichtig ist, bringe ich ihn schon noch an, später.

Es gibt allerdings auch Situationen, da kann ich äußerst souverän vor Menschen treten, eine Rede halten, etwas erklären, etwas zeigen oder präsentieren. Ich benötige dafür lediglich den Fokus, die Genehmigung, die Aufmerksamkeit der Zuhörenden. Moderationen auf Veranstaltungen oder online, das gelingt mir gut. Auch vorlesen vor Publikum. Nah am Text, in freier Rede, sogar improvisiert. Beides steht für mich nicht im Widerspruch. Im Gegenteil: Da ich zuhören kann, bin ich oft auch „im Moment“ und bin dann präsent, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Denn ich glaube, dass ich nicht aus Schüchternheit still bin, sondern aus Gründen der Relevanz.

Papier (auch das Editorfenster) ist geduldig: Beim Schreiben habe ich ungeteilte Aufmerksamkeit

Daher liebe ich auch das Schreiben. Da habe ich die ungeteilte Aufmerksamkeit meines Mediums, des Papiers, des Bildschirms oder meines Blogs. Lesen, das tut Ihr, liebe Leser*innen, später. Ich muss mir also den Fokus nicht erkämpfen. Ich kann überlegen, dann schreiben, dabei meinen Gedanken vollenden.

Was beschert mir diese Eigenschaft in meinem freischaffenden Berufsleben? Erst einmal einen Nachteil. Denn im Small-Talk bin ich kaum geübt. Ich erzähle nicht hier und dort und bei jeder Gelegenheit: „Hey, ich mache übrigens Blogs, Webseiten und so, brauchst Du? Klasse, gebongt!“
Allerdings: Wenn ich einmal die Gelegenheit habe, meine Vorschläge, Vorstellungen und Ideen zu erklären, ganz in Ruhe, dann kann ich überzeugen. (Vorsicht, Notiz an mich, hier öffnet sich ein Einfallstor für Angebote, die ich auch nicht möchte: „Wir übernehmen Ihren Vertrieb, wir bringen Ihnen Kunden, den Rest erledigen Sie und Ihre Kompetenz!“ Aber weshalb möchte ich diese Angebote nicht? Die meisten derartigen Angebote kommen ungefragt, ich empfinde sie als Spam.)

Im persönlichen Kontakt kann ich punkten.

Nein, ich denke, im persönlichen Kontakt kann ich punkten. Aber aufgrund meiner Zurückhaltung habe ich weniger Kontakte, als der durchschnittlich netzwerkende Kleinunternehmer. Okay, da gibt es ja das Netz, das Web, das große Internet. Da kann ich doch auch gefunden werden. Absolut! Dafür habe ich mir auch ein schönes Konzept angeeignet: Content-Marketing. Interessante Artikel schreiben, damit Menschen überzeugen, dass ich auch für sie schreiben und Webseiten erstellen kann. Klappt. Allerdings nur bedingt. Vielleicht liegt es daran, dass ich lieber inhaltlich schreibe, als in der Meta-Ebene? Obwohl Abstraktion mir doch liegt! Aber ich nehme lieber ein Thema, recherchiere dazu, werte es aus, bewerte es und schreibe dann los. Aber der Fokus, der ist nicht immer auf die Erfolgsschiene gerichtet.

Ich verstehe, was Du zu sagen hast

Also nochmal zusammengefasst: Hey, ich kann gut schreiben. Ich schreibe auch für Dein Unternehmen, Projekt, Dein Ding. Dazu kann ich ganz passabel Internetseiten bauen. Ich bin da kein Top-Designer, aber ich verstehe was von WordPress und Elementor und bekomme ansehnliche Seiten hin. Und ich höre Dir zu und verstehe, was Du zu sagen hast und auf welchem Weg Du das tun möchtest. Das kann ich umsetzen. Läßt sich darauf etwas aufbauen? Dann können wir das gemeinsam tun.

Und da ich auch gut präsentieren kann, habe ich die Reihe Unternehmensblog-Abend ins Leben gerufen. Da stelle ich ein Mal monatlich ein Thema rund um das Unternehmensblog vor. Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich kann Menschen ansprechen, zu meinen Abenden einladen und gleichzeitig über die Themen schreiben. Ziemlich überzeugend, finde ich gerade. Ach, schön, doch mal Gesicht gezeigt zu haben!

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