Neues aus der Agentur

Homeoffice in Zeiten der Corona-Krise

Home Office

Für mich ist es eigentlich nichts Neues, im Homeoffice zu arbeiten. Doch dieser Tage erreicht es eine andere Qualität, eine komplett andere.

Als Freelancer arbeite ich seit 2016 im Homeoffice, allerdings habe ich auch eine Teilzeit-Festanstellung bei einer IT-Firma. Seit einer Woche ebenfalls im Homeoffice, sowie alle meine Kolleginnen und Kollegen. Wir kommunizieren untereinander mit dem Chat-Programm Slack, konferieren täglich über Google-Hangouts und tatsächlich telefonieren wir hin und wieder. Und es funktioniert überraschend gut, auch in einer Firma mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Das neue Home-Office-Gefühl

Was sich verändert hat, ist das derzeitige Gefühl, im Homeoffice zu sein. Es ist angesichts der Corona-Krise absolut vernünftig, jeden unnötigen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Also ist es sinnvoll, jegliche Arbeit, bei der es möglich ist, von zu Hause aus zu erledigen. Die Veränderung ist also eher eine Allgemeine: Die Welt fühlt sich dieser Tage anders an, seltsam unbekannt.

Aus meinem Fenster sehe ich auf einen Supermarkt, vor dem es sehr geschäftig zu geht. Menschen in kleinen und größere Gruppen treffen sich, unterhalten sich und scheinen nicht besonders darauf zu achten, wie weit sie voneinander entfernt stehen. Bei den wenigen Ausflügen nach draußen bemühe ich mich sehr darum, Abstand zu halten. Vor allem beim notwendigen Einkauf ist das oftmals schwierig. Doch scheint die Bereitschaft auf einander zu achten bei allen sich von Tag zu Tag zu erhöhen.

Das Homeoffice bringt natürlich einige Vorteile mit sich. Von dem entfallenden Weg zur Arbeit bis zur Möglichkeit eines kleinen Mittagsschlafes. Doch überwiegt derzeit das etwas lähmende Gefühl des Eingesperrtseins.

Oli im Home-Office
Der Homeoffice-Vorteil: auch unrasiert ist erlaubt

Zusätzliche Herausforderung für Freelancer: Strategiewechsel?

Als Freelancer oder als Selbständiger ist kommt dieser Tage noch ein Aspekt hinzu. Nicht die veränderte Arbeitsweise ist die größte Herausforderung,  sondern wie reagiere ich auf die Krise? Wie spreche ich jetzt potentielle Kunden an, was benötigen diese und wie mache ich auf mich aufmerksam. Meine bisherige Planung ist im Moment hinfällig. Wie schnell finde ich eine neue Strategie?

Gerade in diesen Zeiten sind digitale Medien mit unterschiedlichen Kanälen unverzichtbar. Ein Blog könnte für viele Unternehmen jetzt ein interessantes Kommunikationsmittel sein. Es ist eine Plattform, die schnell Informationen bereitstellt. So kann ein Unternehmen auf sich täglich verändernde Situationen flexibel reagieren.

Auch habe ich für mich das Format des Live-Streams entdeckt. Als Autor musste ich im März eine Lesung absagen, für den April mögliche Lesungen konnte ich nicht mehr planen. Auch das ist vernünftig, doch fand ich für mich eine Alternative: den Live-Stream von Facebook. So habe ich eine Wohnzimmerlesung geteilt, Freunde und Bekannte sahen über das soziale Medium zu. Einen Videomitschnitt möchte ich noch auf Youtube stellen.

Viele Musiker, Lesende, selbst Theatergruppen finden jetzt das Internet und erproben neue Formate, wie sie ihr Publikum weiterhin erreichen. Und dabei hoffentlich auch etwas Geld einnehmen, gewissermaßen ebenfalls aus dem Homeoffice.

Ausblick: was könnte von der Corona-Krise bleiben

Die Corona-Krise wird vermutlich nicht nur das Arbeiten verändern. Ich hoffe, dass viele Unternehme positive Erfahrung mit dem Homeoffice machen und diese Form der Arbeit hoffentlich nach der Krise weiter zum Einsatz kommt. In kleinerem Umfang, aber zumindest eine vollwertige Alternative.

Durch das Experimentieren mit neuen Möglichkeiten wird sich die digitale Kommunikation verändern. Natürlich möchte ich so schnell wie möglich zum Live-Kulturerlebnis zurück, bei dem sich die Kunstschaffenden und das Publikum gegenüber sitzen. Aber ich bin auch gespannt, welche derzeit entwickelten Formate sich als erfolgreich zeigen und bestehen bleiben.

Besonders hoffe ich, dass eine gegenseitige Achtung und eine Solidarität erhalten bleiben. Dass die Berufsgruppen, die sich als besonders wichtig für unsere Gesellschaft zeigen, die Pflegenden, die im Gesundheitswesen tätigen, Verkäuferinnen und Verkäufer, den Respekt bekommen, den sie verdienen,  vielleicht auch etwas mehr verdienen.

Und nicht zuletzt hoffe ich, dass die Erkenntnis sich durchsetzt, dass der Markt nicht alles regelt. Dass ein Gesundheitswesen nicht funktioniert, wenn es auf Profitmaximierung angelegt ist. Es ist eine Grundversorgung, die in Öffentlicher Hand besser aufgehoben ist.

Und was bleibt noch? Jede Menge Klopapier und Spaghettipackungen in so manchem Haushalt.

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